Kunstwerk des Monats in der Artothek

Artothek-Kunstwerk des Monats Mai 2021

Die Reihe der Krefelder Artothek Kunstwerk des Monats wird fortgesetzt und präsentiert aus dem Fundus Werke der Öffentlichkeit. Infos findet man unter: https://www.gkk-ev.de/kunstwerk-des-monats

Das Artothek-Kunstwerk des Monats Mai 2021 ist eine Grafik des Krefelder Künstlers Georg Opdenberg:
„Garten Eden“, Schablonendruck auf Papier, 80 x 60 cm, 2015. Aus einer Serie von insgesamt 38 Blättern mit Textbeigaben nach der französischsprachigen Jerusalemer Bibel.

Georg Opdenberg ist gebürtiger Krefelder und seit langem Mitglied der GKK e.V.. Seine Kunst befasst sich mit Alltäglichem ebenso wie mit den großen Fragen der Menschheit, mit Archetypen und Urbildern wie mit historischen Ursprüngen. Diese Themen setzt er mit „armen Materialien“ in Szene.
Das Kunstwerk des Monats der Artothek für Mai hat die altbekannte Bild des „Garten Eden“ zum Thema. Georg Opdenberg schreibt:
„Wir leben im Abendland und doch ist unser Kopf voll mit Bildern aus dem Morgenland und den Sprachbildern des Alten Testamentes. Sie reichen bis an den Anfang der Menschwerdung zurück: Adam und Eva und der Sündenfall, Kain und Abel und der erste Brudermord, der Turm zu Babel und die Sprachverwirrung. Viele dieser uralten Beobachtungen sind noch heute aktuell wie der „Tanz um das goldene Kalb“, die tägliche Suche nach einem „Sündenbock“, das „Menetekel“ an der Wand, das niemand lesen will, ein „Sodom und Gomorra“ und auch, ganz aktuell, die „sieben mageren Jahre“ oder die „Vertreibung aus dem Paradies“. Weltweit verbreitet ist die Vorstellung von einer Stätte der Ruhe und des Glücklichseins, versehen mit einem Überfluss an allen Gaben der Natur, deren Wiederherstellung am Ende der Zeiten erwartet wird. Unser Bild vom Paradies ist der Archetypus solch eines Gartens. Er entstammt dem Buch Genesis, was „im Anfang“ bedeutet. Der Garten lag „in Eden“, im Osten, irgendwo in der Steppe, dem Lebensraum der Nomaden und zeigt das Urbild einer kleinen fruchtbaren Oase. Als dem ersten Menschenpaar, das dort lebte, diese paradiesischen Zustände nicht mehr genügten und sie nach Erkenntnis strebten, wurden aus den zuvor schützenden von nun an unüberwindliche, himmelhohe Mauern. Denn das Paar stand nun in der Wüste außen vor, zwischen Dornen und Disteln.
Die Vorstellung eines umfriedeten Gartens, nichts anderes bedeutet das altpersische Wort Paradisa, hat der Islam für seine Gärten übernommen, mitsamt dem Brunnen in der Mitte und den 4 Strömen in alle 4 Himmelsrichtungen. Vom Baum des Lebens und der Erkenntnis, der ebenfalls in der Mitte des Gartens stand, blieb im christlichen Abendland nur noch das Feigenblatt übrig.“
Georg Opdenberg, 1950 in Krefeld geboren, Studium der Ingenieurvermessung, Essen. Einzelausstellungen u.a. Arbeiten für den sakralen Raum, St. Michael Waldniel, 2015. „Totentanz“, Museum Burg Linn, Krefeld, 2014. „Dädalus – Ingenieur“, Stadtarchiv Krefeld, 2012. „Er hat Himmel und Erde gemessen“, ev. Lukaskirche Krefeld, 2012. „Reiseskizzen aus 30 Jahren“, GKK Krefeld 2010.„Unser täglich Brot, ev. Kirche Osterath“, Meerbusch 2010. „Splitterrichter“, ev. Kirche Osterath, Meerbusch 2007. „ein neuer Totentanz“, St. Elisabeth, Mönchengladbach 2006. „Fortification“, GKK Kunstspektrum, Krefeld 2003 „Totentanz“, St. Maria Himmelfahrt, Neuwerk MG 2000. „Dädalus und Ikarus“, GKK Kunstspektrum, Krefeld 2000 Diverse Veröffentlichungen und Kuratorentätigkeit, z.B. „Spuren vom Großen Krieg“ Museumszentrum Burg Linn, Krefeld 2002 (Katalog).
Das ausgewählte Bild im 80 x 60 Rahmen kann in der Artothek ab Juni 2021 ausgeliehen werden.
Onlineartothek: https://www.gkk-ev.de/onlineartothek/?page=artwork
Artothek-Kunstwerk des Monats Mai 2021

 

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