Aktuelle Ausstellung

Annäherung

Christiane Behr
Peter Michael Hasse
Tania Strickrodt

Eröffnung der Ausstellung am:
Freitag, 8. September 2017 ab 20 Uhr.

Dauer der Ausstellung bis:
Samstag 7. Oktober 2017


„Annäherung“, eine Ausstellung, die drei Künstler mit unterschiedlichen Ansätzen zusammen bringt. Sie sind seit 2016 Mitglied in der der Gemeinschaft Krefelder Künstler.
Die Präsentation in den Räumen der GKK mit dem Titel „Annäherung“ bietet die Möglichkeit einen Einblick in die jeweilige Arbeitsweise der drei Künstler zu nehmen.
In dieser Gemeinschaftsausstellung sollen nicht nur drei unterschiedliche künstlerische Positionen vorgestellt werde, sondern darüber hinaus auch der Versuch einer ANNÄHERUNG unternommen werden – Gegensätze, Gemeinsamkeiten, Ergänzungen… womit sich der Titel der Ausstellung erklärt.

Christiane Behr
Eine Oberfläche, die abweisend und anziehend zugleich wirkt, transparent und schimmernd, gleichzeitig opak und in ihrer Materialität wesentlicher Bestandteil des Werks – so muss eine Beschreibung der Arbeiten Christiane Behrs wohl beginnen.
Ihre Arbeiten nämlich erschließen sich von der Oberfläche her, die einen enormen taktilen Reiz besitzt und wie kaum eine andere danach verlangt, angefasst und „befühlt“ zu werden.
Dabei sind Behrs Arbeiten so voller Gegensätze wie voller Licht: Gegensätze wie eine antike Technik – die Enkaustik – und modernste Rezepte, kalkulierter Zufall und präzise Planung, fröhlich, von höchst haptischer Qualität und zugleich geheimnisvoll, eher verbergend als preisgebend, was sich unterhalb der Oberfläche verbirgt. Voller Licht, das wie das Wachs selbst aus und über die Arbeiten zu fließend scheint, das die Farben des Untergrundes modifiziert und bodenlose Tiefe suggeriert, wo häufig nur wenige Zentimeter sind.
Die durchweg abstrakten Arbeiten verweisen auf die beiden Naturphänomene Licht und Wasser, lassen an rissige Eisflächen oder Wolkenbänke am nächtlichen Firmament denken, und wirken dabei doch so veränderlich wie die Wasseroberfläche eines Teiches oder Sees, dessen Farbigkeit – abhängig vom Lichteinfall und der Art der Beleuchtung – von weißsilbrig schillernd bis nachtschwarz reichen kann. Eingeschlossen in die semiopaken Wachs- bzw. Paraffinschichten scheint das Licht selbst die Ursache dafür – so als steckte unter der erstarrten Oberfläche aus gehärtetem Wachs eine geheime Lichtquelle, die sich manchmal als fluoreszierender Einschluss zu erkennen gibt.
Überhaupt, die Farbe: Wie in den Rezepturen ihrer unterschiedlich weichen oder harten, mitunter spröden, aus verschiedenen Industriewachsen hergestellten Oberflächen, scheint auch hier die Lust am Experiment auf, manifestiert sich in den unzähligen Behältern unterschiedlicher Pigmente in ihrem Atelier.
Selten sind Pigmente den Wachsen tatsächlich beigemischt, immer aber Teil der Bildwirkung und für die Stimmung verantwortlich – ob als neonfarbenes Einsprengsel, fröhlicher Farbtupfer oder unergründliche Tiefe eines Sees.

Text: Ulrike Lua


Bildausschnitt / Titel: „Amorph 1“, 2016

Peter Michael Hasse
zeigt in der Gemeinschaftsausstellung im Kunst-Spektrum hauptsächlich Arbeiten aus dem Zyklus: IM REICH DER STEINE. Immer wieder tauchen sie auf – die Steine – in den Steinwüsten Islands, als Lava aus der Tiefe der Erde kommend, rundgeschliffene und aufgehängte Steine, Fundstücke von den Meeresküsten oder aus Flussläufen. Steine sind in Hasses Werk Bedeutungsträger auch für die menschliche Existenz.
Mineralisches Erdmaterial durch die Zeit verformt. Ein Material, das einem dauernden Prozess der Veränderung unterworfen ist wird auch ein Zeichen für Dauerhaftigkeit, ja Ewigkeit im Zeitmaß des Menschen. Wie bei Erich Frieds Gedichten „Reich der Steine“, auf die Hasse sich hier assoziativ bezieht, sind die Steine Metaphern für Menschliches. Diese Symbolhaftigkeit der Steine war und ist ein Antrieb für den Künstler sich diesem Thema zu widmen.
Der Künstler spielt hier mit diesem scheinbar tristen Material und schafft in den Acrylbildern überraschend vielfältige Einblicke. Das Leben hat viele Formen – Steine stürzen, Steinkreise schützen, schaffen Orientierung und lassen den Kreislauf von Werden und Vergehen gewahr werden – bis zur Auslösung…


Circle 1, 2015, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Tania Strickrodt,
zwei Welten – innere und äußere Landschaften

Tania Strickrodt betrachtet Landschaften, die mit scheinbar harmlosen Motiven unser Auge locken, bis sie den Blick mit Macht in ihr Innerstes hineinziehen, ihn von der flirrenden Oberfläche in die dichten Tiefen der einander überlagernden Schichten führen und mit unseren Emotionen, unseren inneren Landschaften in Dialog treten. So entsteht ein vielschichtiges Netz zwischen dem äußerlich Wahrgenommenen und dem inneren Empfundenen.
Landschaften, die äußeren wie die inneren, sind nie eindimensional. Vielmehr erfährt der Betrachter viel von ihrem offenbar machtvollen, höchst lebendigen Innenleben, das sonst schamhaft verhüllt ist. Strickrodts Werke befassen sich mit dem Aufdecken und Aufrühren dieses Innenlebens, mit der Abstraktion und zugleich dem greifbaren Sichtbarmachen des Dialogs oder des Widerspruchs zwischen äußeren und inneren Landschaften. Dabei spürt die Malerin zwangsläufigen Fragen nach: Sollen wir den Aufruhr zulassen? Ihm uns stellen? Hören, was er mit uns macht? Oder wenden wir uns schnell wieder ab und decken alles mit beruhigender Oberflächlichkeit wieder zu, damit es nicht zu spannend in uns wird? Manchmal ist die Antwort eine überfällige Frage an uns selbst …
Bei der Bearbeitung des gewählten Themas betrachtet Tania Strickrodt die pulsierend lebendige Dreidimensionalität äußerer und innerer Landschaften, die schneidend, spitz in unser Bewusstsein sticht und Räume in uns beleuchtet, die wir oft gern verschlossen und
im Dunklen halten. Strich und Fläche, Farbe und deren Abwesenheit, Licht und Dunkel, Nähe und Distanz, all diese Dualitäten bestimmen sowohl die persönliche Wahrnehmung des Betrachters der äußeren Landschaft als auch seine inneren Welten. Nur wenn wir
wach sind, können wir diesem Dialog lauschen und mehr als die Oberfläche entdecken.


Veranstalter: Gemeinschaft Krefelder Künstler e.V.
Öffnungszeiten: montags von 16 bis 20 Uhr | donnerstags von 16 bis 20 Uhr | samstags von 11 bis 14 Uhr | Telefon: 02151 – 3635658
Das Kunst-Spektrum der GKK wird durch das Kulturbüro der Stadt Krefeld gefördert.


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 09.06.17 „Evokation“

Videos von Ulrich Bach vom Eröffnungsabend am 09.06.17 „Evokation“


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 05.05.17 „Strich & Faden“


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 03.03.17 „Vier Zyklen“


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 13.01.17 „Das elementare Grün“


Fotos von Edith E. Stefelmanns vom Eröffnungsabend am 25.11.16 „Strukturwandel“


Fotos von Werner Rose vom Eröffnungsabend am 28.10.16 „Orte der Farbe“


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 02.09.16 „Schichtung und Moment“


Fotos von Anne Kurth vom Eröffnungsabend am 20.05.16 „Ansichten – Digitale Grafik“