05.07. – 02.08.2026
Man darf auch mit dem Schönen rechnen
Corinna Bernshaus – Barbara Freundlieb – Andrea Temming

Die Ausstellung vereint drei künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Wahrnehmung, Zustand und Transformation auseinandersetzen. Trotz individueller Herangehensweisen verbindet die Künstlerinnen ein aufmerksamer Blick auf das Zeitgeschehen und gesellschaftliches Miteinander und der Anspruch, dieses mit jeweils eigener Bildsprache und künstlerischen Mitteln auszudrücken. Bei aller Reflexion darf der Blick auch auf etwas Schönes nicht in den Hintergrund geraten.
Corinna Bernshaus übersetzt in ihrer Arbeit Gedanken und Gefühle in bildhafte Formen. Die erlebte Vergänglichkeit des scheinbar Realen beeinflusste ihre künstlerische Entwicklung und führte sie zu dem von ihr bevorzugten Werkstoff Porzellan, der in seiner Ambivalenz von Stärke und Zerbrechlichkeit die geeignete Grundlage für ihre Bildsprache bietet. Auf den ersten Blick wirken ihre Porzellanarbeiten ästhetisch poetisch, bei genauem Hinsehen entpuppen sie eine tiefere Ebene, die mehr ist als nur schöner Schein.
Barbara Freundlieb versteht Malerei als einen Ansatz, unterschiedliche Realitäten auf einer Ebene zusammenzuführen und neu zu definieren. Intuition dient dabei als zentrale Triebkraft ihres künstlerischen Prozesses. Erlebtes, Empfundenes und Beobachtetes fließen in ihre Arbeiten ein und werden fragmentiert, scheinbar verpixelt und neu zusammengesetzt. Durch das Verknüpfen verschiedener Ebenen entstehen vielschichtige, virtuelle Bildräume, die den Betrachter einladen, einzutauchen und der eigenen Wahrnehmung nachzuspüren.
Andrea Temming nutzt als figurativ-narrativ arbeitende Künstlerin Teppiche als Sinnbilder für Verortung, Verknüpfung und Vernetzung. Durch das Spiel mit menschlicher Präsenz entstehen Spannungen zwischen Beziehungen und Alltagssituationen. Mit dem Einsatz von Blattgold und der Fokussierung auf Figuren und Gegenstände macht sie Zusammenhänge sichtbar und eröffnet neue Perspektiven. Das Gold verleiht den Kompositionen ein lebendiges Leuchten und betont die Wertigkeit des Dargestellten – ohne religiöse oder mystische Anspielungen.
Gefördert durch das Kulturbüro Krefeld